Medikation

Die Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen hat zum Ziel, Entzündungen wirkungsvoll zu behandeln und die beschwerdefreien Zeiten möglichst lange zu erhalten. Weiter gilt es Mangelerscheinungen aufgrund der Darmerkrankung zu vermeiden.

Darüber hinaus ist eine konsequente Krebsvorsorge nach den aktuellen Empfehlungen erstrebenswert. Die meisten Betroffenen können mit Hilfe etablierter Therapien ihre Lebensqualität deutlich verbessern bis normalisieren.

Ansätze und Wirkstoffe in der Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Bei der Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen werden grundsätzlich zwei Ansätze unterschieden:

  • die Behandlung eines akuten Schubs
  • die Behandlung zur Schubvermeidung und
  • die Behandlung während der beschwerdefreien Zeit (Remission).

Die Wirkstoffe, die seit langen Jahren erfolgreich bei der Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt werden, kann man grob in fünf Gruppen aufteilen:

  • 5-ASA-Präparate (Mesalazin)
  • Probiotika
  • Kortikosteroide (Kortison)
  • Azathioprin/Methotrexat (MTX) – ein Immunsuppressivum
  • Biologika (Anti TNF-Präparate) – ein Immunsuppressivum

Abbildung: Medikamentöse Therapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Medikamentöse Therapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Mesalazin gilt für die Therapie der leichten bis mittelschweren Colitis ulcerosa als Mittel erster Wahl und wird zur Behandlung des akuten Schubs sowie zur Remissionserhaltung empfohlen. Probiotika werden in ausgewählten Fällen angewendet.  

Bei schwereren Schüben werden Kortikoide eingesetzt. Wenn ein Schub mit Mesalazin bzw. Kortikoiden nicht in den Griff zu bekommen ist und auch, wenn sehr häufige Schübe auftreten, kommen Immunsuppressiva zum Zuge.

Regelmäßige Einnahme der Medikamente ist wichtig bei der Colitis ulcerosa

Wie wichtig die regelmäßige Einnahme der Medikamente gerade bei der Colitis ulcerosa ist, zeigen zahlreiche Studien. Vor allem durch die regelmäßige Einnahme von Mesalazin können bei der Colitis ulcerosa nachweislich Schübe verhindert werden.

Therapietreue macht sich bezahlt

Prof. Sunanda Kane von der Universität in Chicago fand 2003 heraus, dass bei Colitis-ulcerosa-Patienten, die innerhalb einer 24-monatigen Beobachtung ein Rezidiv erlitten, durchschnittlich nur 50 % der verordneten Medikation eingenommen hatten.1 Die rezidivfreie Vergleichsgruppe hingegen hatte eine Compliance von 80 %. Anders ausgedrückt: Non-Compliance erhöht das Rezidivrisiko bei Colitis ulcerosa um den
Faktor 5.

Abbildung: Zusammenhang der Rezidiv-Rate mit der Medikamenten-Einnahme bei Patienten mit Colitis ulcerosa

Risiko eines Rezidivs Rückfall bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Besprechen Sie Ihre Therapie mit Ihrem Arzt und achten Sie auf regelmäßige Medikamenteneinnahme. Eine weitere Maßnahme ist die regelmäßige (jährliche) Darmkrebsfrüherkennung mittels Endoskopie. Mit diesen Untersuchungen sollte – je nach Ausdehnung der Colitis ulcerosa – 8 bzw. 15 Jahre nach dem Auftreten der ersten Symptome begonnen werden.

Darmkrebsrisiko erhöht?

Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen eine Therapie aufstellen mit dem Ziel, die Entzündungen im Darm und die Häufigkeit der akuten Schübe zu minimieren. Eine Studie zeigte: die regelmäßige Einnahme von Mesalazin kann das bei Colitis ulcerosa erhöhte Risiko eines kolorektalen Karzinoms durch Eindämmung der Entzündung erheblich senken.2

1) Kane S et al. Medication nonadherence and the outcomes of patients with quiescent ulcerative colitis. The American Journal of Medicine 2003; 114 (1): 39–43
2) Eaden J et al. Colorectal cancer prevention in ulcerative colitis: a case-control study. Aliment Pharmacol Ther 2000; 14: 145-153

Kontaktieren Sie uns