Studieren mit CED

Wenn Sie zur Schule oder Universität gehen, gibt es einige Dinge, die Ihnen dabei helfen können, mit Ihrer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) umzugehen und dennoch Ihr Studium erfolgreich abzuschließen.

In der Schule

Ihre Eltern haben Ihre Schule möglicherweise bereits über Ihre Morbus Crohn- oder Colitis ulcerosa-Erkrankung (chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED)) informiert, aber vielleicht möchten Sie mit Ihrem Lehrer/Ihrer Lehrerin auch über Folgendes sprechen:

  • Welche zusätzliche Unterstützung Sie evtl. benötigen – z. B. verlängerte Fristen, die Möglichkeit, einige Ihrer Aufgaben zu Hause zu erledigen und während der Unterrichtsstunden Pausen für Toilettengänge einlegen zu dürfen
  • Womit Sie möglicherweise zu kämpfen haben
  • Etwaige Probleme mit der Ernährung in der Schule – Sie müssen vielleicht während der Unterrichtsstunden essen oder können nicht immer das essen, was in der Schule angeboten wird

Offene Gespräche mit Ihrem Lehrer/Ihrer Lehrerin tragen dazu bei, dass Ihre Schule Ihnen unterstützend zur Seite stehen kann. Bitten Sie Ihre Eltern oder einen Freund, Sie zu begleiten, wenn dies die Besprechung für Sie erleichtert.

Studium

Studieren zu können ist ein großer Erfolg und eine interessante Chance. Wenn Sie an CED erkrankt sind, fragen Sie sich vielleicht, wie Sie mit dieser Krankheit in einer neuen Umgebung umgehen werden, besonders wenn Sie gleichzeitig von zu Hause ausziehen.

Muss ich die Universität informieren, dass ich CED habe?

Sie müssen Ihre Universität oder Ihre Hochschule nicht über Ihre Erkrankung informieren. Allerdings können die Menschen in Ihrer Umgebung Ihnen nur dann helfen, wenn sie Bescheid wissen.

Alles, was Sie Ihrer Universität mitteilen, wird vertraulich behandelt, und ohne Ihre Zustimmung werden keinerlei Informationen weitergeleitet.

Welche Art von Unterstützung bieten Universitäten an?

Je nachdem, wo auf der Welt Sie sich befinden und welche Art von Universität Sie besuchen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihnen bei Ihrer Erkrankung zu helfen.

Ein Weg herauszufinden, welche Hilfe und Unterstützung in Anspruch genommen werden kann, ist es, mit dem Behindertendienst (die genaue Bezeichnung des Dienstes kann abweichen) der Universität oder Hochschule in Kontakt zu treten. Auch wenn Sie nicht als behindert gelten, kann die Krankheit CED bedeuten, dass Sie besondere Bedürfnisse haben und von der in dieser Hinsicht angebotenen Unterstützung profitieren können.

Im Allgemeinen gibt es für chronische Erkrankungen wie CED bestimmte Regelungen, die folgende Punkte betreffen:

  • Verlängerte Bearbeitungszeit bei Prüfungen oder Hausarbeiten, wenn Sie unter Fatigue (Müdigkeitserscheinungen) leiden
  • Absprachen, damit Sie in den Vorlesungen Nahrung oder Medikamente zu sich nehmen können
  • Einverständnis der Dozenten, dass Sie die Vorlesungen oder Seminare für Toilettenpausen verlassen dürfen

Wie kann ich mir selbst helfen?

Es gibt eine Reihe von einfachen Dingen, die Sie tun können, um Ihr Leben an der Universität oder Hochschule zu erleichtern.

  • Wählen Sie bei den Vorlesungen oder Seminaren einen Sitzplatz in der Nähe des Ausgangs, damit Sie gegebenenfalls den Raum schnell verlassen können.
  • Wenn Sie ein Schließfach besitzen, bewahren Sie dort im Falle eines Missgeschicks ersatzweise Kleidung auf.
  • Tragen Sie Ihre Medikation wie immer bei sich und nehmen Sie sie wie gewohnt ein. Wenn Sie Bedenken in Bezug auf die Einnahme der Medikamente während der Vorlesungen, Seminare oder Kurse haben, sprechen Sie mit Ihrem persönlichen Tutor oder jemandem aus der Abteilung.

Sprechen Sie mit Ihren Tutoren, Lehrern und Vertrauenspersonen

Es kann auch förderlich sein, mit Ihrem persönlichen Tutor oder einem Mitglied der Studentenbetreuung zu sprechen. Auch wenn es Ihnen möglicherweise unangenehm ist, ist es wahrscheinlich, dass Ihre Fakultät daran gewöhnt ist, Studenten mit chronischen Erkrankungen zu betreuen. Wenn Sie dem Lehrerkollegium Ihre Situation darlegen (auch wenn dies indirekt über Ihren persönlichen Tutor läuft), trägt dies zu einem besseren Verständnis Ihrer Situation bei, sodass eine angemessene Unterstützung und die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden können. Sie werden dann auch nicht als nachlässig betrachtet, wenn Sie Kurse krankheitsbedingt nicht besuchen können. Lehrbeauftragte können Sie mit den Informationen versorgen, die Sie verpasst haben.

Sie möchten vielleicht Folgendes mit Ihrem persönlichen Tutor besprechen:

  • Wo sich die Toiletten befinden und ob gegebenenfalls die Möglichkeit besteht, eine Erlaubnis zur Nutzung der Personaltoilette zu erhalten, sofern eine solche verfügbar ist.
  • Verspätungen – Personalmitglieder sollten wissen, dass Sie sich aufgrund Ihrer CED verspäten können.
  • Essen zwischen den Pausen – falls Sie regelmäßig kleine Portionen zu sich nehmen müssen, ist es unter Umständen erforderlich, dass Sie während der Vorlesungen/Seminare essen.
  • Krankheitsbedingte Abwesenheit oder verpasste Termine – während eines Schubs oder wenn Sie sich unwohl oder müde fühlen, kann es passieren, dass Sie Kurse verpassen. Finden Sie heraus, wie Sie Ihre Arbeit am besten nachholen können.
  • Exkursionen – wenn Sie auf eine Exkursion gehen, stellen Sie sicher, dass der Organisator über Ihre CED Bescheid weiß und dass angemessene Toilettenanlagen sowohl während der Reise als auch in der Unterkunft zur Verfügung stehen.

Ich habe Bedenken, von zu Hause auszuziehen

Die meisten Menschen mit CED schaffen es, ein selbstständiges Leben zu führen. Mit etwas Vorausdenken und einer guten Planung sollten Sie sorglos von zu Hause ausziehen können. Es gibt eine Reihe von Wohnmöglichkeiten – jede davon wirft eigene Fragestellungen auf:

Studentenwohnheime oder Campus-Wohnanlagen

Versuchen Sie herauszufinden, wie viele Personen die Toilette mit Ihnen teilen werden und ob es die Möglichkeit einer eigenen oder privaten Toilette gibt. Einige Studentenwohnheime stellen Mahlzeiten zur Verfügung, während andere Küchen besitzen. Bietet das Studentenwohnheim oder der Häuserblock eigene Waschräume, oder wenn nicht, gibt es in der Nähe einen Waschsalon?

Eine Unterkunft teilen

In eine Wohngemeinschaft zu ziehen oder ein Zimmer in Untermiete zu nehmen, kann ein heimeligeres Gefühl vermitteln als die Unterkunft in einem Studentenwohnheim. Falls Sie sich eine Toilette teilen müssen, überprüfen Sie, wie weit sie von Ihrem Zimmer entfernt ist und wie viele andere Studenten sie benutzen werden.

Ich habe Bedenken, dass sich der Stress an der Uni auf meine CED auswirkt

Studieren kann stressig sein, mit all den Fristen, Lehrveranstaltungen und Prüfungen. Wenn sich Ihre CED durch Stress verschlimmert, müssen Sie zusätzlich darauf achten, sich nicht zu sehr zu belasten. Versuchen Sie, Ihre Kräfte gut einzuteilen und Wege zu finden, sich zu erholen, wie z. B. durch regelmäßige Bewegung, Atemübungen oder Yoga.

Sollten die Kommilitonen Bescheid wissen?

Sie werden an der Universität viele neue Bekanntschaften machen, und es ist einzig und allein Ihre Entscheidung, ob Sie sie über Ihre CED informieren oder nicht. Jeder geht auf seine eigene Weise damit um. Sie lernen die Leute vielleicht lieber erst kennen, bevor Sie sie informieren, oder Sie ziehen es vor, von Anfang an offen mit Ihrer Erkrankung umzugehen. Es ist wirklich einzig und allein Ihre Entscheidung.

Wie auch immer Sie sich entscheiden

Es kann hilfreich sein, darüber nachzudenken, wie Sie neuen Bekanntschaften Ihre Erkrankung erklären. Halten Sie es einfach und erklären Sie kurz, was CED ist und vor allem, wie es Sie beeinträchtigen kann.

Einige Personen zu informieren, kann erleichternd sein und dazu beitragen, dass Sie sich unterstützt fühlen. Wenn die Menschen verstehen, was Sie durchleben, können sie Ihnen auch hilfreich zur Seite stehen.

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